Gastbeitrag - Der digitale Held! 7 Gedanken zur digitalen Transformation, die ihr Leben verändern könnten.

02.08.2018

Der Erfolg und das Glück von Führungskräften und Mitarbeitern sind meine Mission. Deswegen ermögliche ich Trainerkollegen, Coaches, Psychologen und anderen Experten Texte zu diesen Themen zu veröffentlichen. Somit ist es mir eine große Ehre, einen Beitrag meines Kollegen Dr. Michael Egger, auf meinem Blog haben zu dürfen. Viel Spaß und Erfolg beim Lesen!

Ihr Marcus Appelt


Gedanke 1 - Freund oder Freund?

Als ich in einem großen Konzern für ein Digitalisierungsprojekt tätig war, fragte mich ein Mann, zwischen 50 und 60 Jahre alt, ob ich Ihn doch nun nicht "weg-digitalisiere". Ich sagte natürlich Nein. Im Wissen, dass seine Arbeit wohl in Zukunft anders verlaufen würde. Er Neues dazu lernen muss. Sein Arbeitsalltag nicht mehr derselbe wie die letzten X Jahre sein würde. Für ihn war ich ein Feind. Zu Recht? Nein, weil wir den Wandel nicht aufhalten können. Dinge, Arbeitsprozesse, die Kommunikation an sich ändert sich. Ob wir wollen oder nicht.

Ist die Digitalisierung ein Freund? Kommt darauf an, wer und warum im Unternehmen digitalisiert wird. Nur der systemische Blick und alle beteiligten Menschen können dabei an einem gemeinsamen Ziel arbeiten. Unternehmen, die von Oben nach Unten digitale Prozesse in Gang setzen, müssen zwangsläufig auf Widerstände stoßen. Zurück zu dem Mann. Ich konnte ihm die Angst nehmen, weil ich ihn ins Projekt integriert habe. Ihm zugehört habe. Mir die Zeit dafür genommen habe.

Gedanke 2 - Warum so ein Hype?

Digitalisierung als Wort ist nichts mehr wert. Gleich wie Hand-Schlag-Qualität. Okay, Letzteres ist ein anderes Thema. Digitalisierung ist überall Thema. Auf Kongressen, Messen, Weiterbildungen oder anderen Veranstaltungen. Überall. Dabei meinen wir beim besten Willen nicht alle dasselbe damit. Digitalisierung ist ein Hype, weil es genau genommen um die digitale Transformation geht. Um eine Veränderung in der Gesellschaft. Gut so. Was wäre, wenn immer alles gleichbliebe. In 20 Jahren wird die Zeit wohl Zeitalter der Digitalisierung heißen und unsere Kinder werden einen Spaß daran haben, wie wir uns darüber ausgelassen haben.

Gedanke 3 - Wo bleibt die passende Kommunikation?

Erstaunlicherweise höre ich oft, dass in Unternehmen an vielen, nennen wir es einmal "digitalen Produkten" kein Bedarf besteht. Keine Zeit dafür da sei, sich damit auseinander zu setzen. Oder mein Favorit, man es nicht nötig habe. Keine Zeit zum Nachdenken? Nicht nötig? Stellen Sie sich nun einmal vor, 1920 hätten Unternehmen keine Lastkraftwagen gekauft, sondern hätten weiterhin Ihre Waren mit einer Pferdekutsche transportieren lassen. Um den Gedanken fertig zu spinnen: Es muss Zeit für Innovation und Fortschritt sein. Nicht des Fortschrittes willen. Nicht, um auch bei einem Trend dabei zu sein, bei dem nicht alle Stakeholder bereits in einem Gesamtkonzept mitgedacht wurden. Nein. Es geht schlichtweg um das Denken und das Verlassen seiner Komfortzone. Digitalisierung bedeutet schließlich nicht, ein Sprichwort trifft es wohl am besten, "bei jedem Sauaustreiben dabei zu sein", sondern sich das auszusuchen, was jetzt und auch überübermorgen einen Nutzen für das Unternehmen bringt.

Gedanke 4 - Den gönn ich mir

Der ganze Hype um digitalen Lösungen und neue Trends scheint nicht ab zu ebben, sondern nimmt immer mehr an Fahrt zu. Unternehmen rüsten sich für die Zukunft. Konferenzen, Tagungen und unzählige Inhalte im Web behandeln Themen zu digitalen Lösungen. Der Einsatz von neuen Technologien und der Fortschritt stehen im Mittelpunkt von Mission Statements vieler Unternehmen. Wenn Sie dabei einen Überblick behalten wollen, könnte es sein, dass Sie sich leicht überfordert füllen. Nicht nur bei den vielen neuen Entwicklungen, sondern vor allem bei den Entscheidungen, bei welche Trends Sie mitmachen wollen und ein Must-Have wird. Hilfestellungen für den Blick auf die digitale Transformation bietet dazu ein schlichter Perspektivenwechsel.

Gedanke 5 - Von 1.0 hin zu 5.0?

In Zeiten der Digitalisierung existiert der Begriff 4.0 für viele Branchen. Bald wird diese Zahl wahrscheinlich wieder erhöht. Dabei hat alles einmal mit 1.0 begonnen. Mit der Dampfmaschine, Elektrizität und dem ersten Telefon. Diese Erfindungen, wie später das Fax, SMS, und dem ersten PC, durchliefen in der Arbeitswelt viele Stufen und Hindernisse. Der Rückblick auf diese Entwicklungen hilft uns zukünftige Entscheidungen besser einzuschätzen und nimmt vor allem die Angst vor möglichen Konsequenzen wie Jobverlust, Wissensmangel und genereller Veränderung. Die digitale Transformation beinhaltet Veränderungen in unserem Leben, von Smart Houses, selbst fahrenden Autos oder intelligenter Kleidung. Es stellt sich nicht die Frage, oder wir dabei mitmachen, sondern nur, wann wir uns dafür entscheiden. Weil den Wandel niemand aufhalten kann. Er gehört zum Menschsein dazu. Bi eben die Zahl 5.0 aktuell wird.

Gedanke 6 - Lohnt sich der Blick zurück?

Dazu passt am besten eine kleine Geschichte: Begleiten Sie mich kurz ins Jahre 1985. Damals erhielten wir zu Hause die ersten ausländischen TV-Sender. Nach den Tasten 1,2,3 kamen weitere Sender hinzu. Für mich als Kind bedeutete dieser Umstand neue Kindersendungen. Toll. Diese Erinnerungen sind in Summe ein kleiner Teil einer großen Veränderung, die heute selbstverständlich ist. Wer hätte 1985 geglaubt, dass Privatsender so viele Menschen erreichen können? Der Blick auf die allgemeine Branchengeschichte zeigt Ihnen rasch, welche Faktoren für Veränderungen notwendig waren und warum sich manche Entscheidungen als Flop herausstellten. Vergleichbar sind heute dazu diverse Produkte und Dienstleistungen von Start Up´s oder digitale Trends. Was brauchen Sie heute im Unternehmen, um dabei zu sein und was ist unbedingt notwendig, um effektiver Probleme zu lösen?

Gedanke 7 - Werden wir alle Wissensarbeiter?

Zehn Jahre nachdem wir neue TV-Sender erhielten, kurz, die Tasten 4,5 und 6, habe ich eine Entscheidung für mein Leben getroffen, die mir heute bei vielen Belangen hilft. Ich entschied mich für eine Lehre als Werkzeugmaschineur. Ich wurde ein Maschinenarbeiter, ein Facharbeiter. Heute bin ich bereits reiner Wissensarbeiter. Diese Veränderung wird sich in der Arbeitswelt der Zukunft mit Sicherheit im deutschsprachigen Raum fortsetzen. Warum? Weil Maschinenarbeit messbar ist und Wissensarbeit weniger. Ich kann messbare Arbeit auslagern und damit Kosten sparen. Umgekehrt ist geistige Arbeit, Know How und Wissen nicht sofort kopierbar und wird als "Gut" immer bedeutsamer. Dazu brauchen wir aber eine andere Kommunikations- und Unternehmenskultur, um den Wert dieser geistigen Arbeiten zu erkennen und zu heben. Alles, was digitale Lösungen erledigen können, denken Sie an die Horden von Robotern in Automobilwerken, wird früher oder später nicht mehr von Menschen ausgeführt werden.

Mit dem letzten Bild will ich Sie allerdings nicht gedanklich entlassen. Vieles wird sich verändern. Automatisierung und künstliche Intelligenz werden uns beeinflussen. Sie tun es bereits. Allerdings werden unsere Gedanken nie programmierbar werden. Der Mensch wird die Maschinen beherrschen. Weil er denkt. Mit diesem Gedanken können wir enden.

Über Dr. Michael Egger: Er ist Mentor für Business Storytelling und digitaler Generalist. Der zweifache Buchautor, Theodor-Körner Preisträger und Lehrbeauftragter an der Donau-Universität Krems war an mehreren Hochschulen tätig. Von der Industrie kommend, sammelte er in unterschiedlichen Branchen fundiertes Wissen und Know How in der Beratung, Präsentation und Vertrieb. Er inspiriert Menschen für Präsentationen, Führung und Verkauf mehr und vor allem gute Storys zu erzählen und damit effektiver nach Außen und nach Innen zu wirken. Mit dem EGGER-Prinzip des Storytellings hat er eine umsetzbare und erlernbare Lösung für eine nachhaltige Kommunikation konzipiert. Auf der anderen Seite steht er als Certified Digital Consultant für die digitale Transformation. Für die Sicht- und Nutzbarmachung von digitalen Lösungen. Diese Kombination macht ihn zu einem gefragten Ansprechpartner, Speaker und Trainer. Privat lebt er mit seiner Familie in Graz. Mehr Informationen digital unter www.erfolgszeiten.at oder real unter +43 6502288742.