Gastbeitrag - Nehmen Sie Ihr Glück selbst in die Hand!

11.12.2017

Der Erfolg und das Glück von Führungskräften und Mitarbeitern sind meine Mission. Deswegen ermögliche ich Trainerkollegen, Coaches, Psychologen und anderen Experten natürlich auch Texte zu diesen Themen zu veröffentlichen. Ich danke der Autorin Michaela Schröder für diesen tollen Beitrag und wünsche viel Spaß beim Lesen.

Der Kleeblatt-Test für Ihr Glück

Haben Sie schon einmal ein vierblättriges Kleeblatt auf einer Wiese gefunden und deshalb Glück gehabt?

Der Volksmund sagt es jedenfalls, dass der Finder eines solchen grünen Blattes Glück hat. Als Life Coach begegnet mir das Thema "Glück" täglich in den unterschiedlichsten Facetten, Ausprägungen, Konstellationen und meistens im Zusammenhang mit der eigenen Lebensgeschichte.

Diese Tatsache hat mich dazu gebracht, über das Glück, das jeder mehr oder weniger hat, etwas länger nachzudenken und zu forschen. Deshalb komme ich nicht drumherum, die nächsten Fragen zu stellen: Wann sind wir eigentlich glücklich und warum? Warum ist der eine glücklicher als der andere? Was bedeutet Glück zu haben und glücklich zu sein? Für die Beantwortung dieser Glücks-Fragen mache ich gern den "Kleeblatt-Test", der zumindest den aktuellen Glücksmoment einfängt.

Dieser geht so: Malen Sie die vier Blätter eines Kleeblattes jeweils so grün aus, wie Sie meinen, wie zufrieden Sie im Moment in folgenden Lebensbereichen sind: Jeweils ein Blatt steht für Familie, Gesundheit, Beruf und Liebe/Partnerschaft und ist variabel übertragbar auf weitere Bereiche wie Wohnsituation, Freunde und Hobby. Sollten Sie am Ende nicht alle Blätter satt grün ausgemalt haben, fragen Sie sich idealerweise, wie grün Sie die einzelnen Blätter gerne ausgemalt hätten. Anschließend nehmen Sie sich die Zeit und betrachten Ihr Kleeblatt, und analysieren Ihren aktuellen Glückszustand. Mit Hilfe des Kleeblattes wissen Sie, in welchen Lebensbereich Sie gerade mental auf einer Glückswelle schwimmen und wo Sie unter Umständen Ihrem Glück etwas auf die Sprünge helfen müssten.

Das Leben ist vielfältig und Sie sind einmalig. Nicht immer läuft im Leben alles nur rund. Wäre ja auch irgendwie langweilig, wenn niemand etwas für das eigene Glück tun müsste. Ja, es wäre vielleicht sogar schade, wenn das Belohnungssystem im Mittelhirn nicht hin und wieder aktiviert werden würde.

Ein Thema, mit dem sich der Neurobiologe und Autor Gerald Hüther x-fach befasst hat. Er spricht von einem Zusammenhang von Wohlbefinden und Glück. "Im Wohlbefinden ist der Mensch mit sich selbst und mit der Welt in Einklang. Dieser Zustand der Kohärenz ist die entscheidende Voraussetzung für die Entfaltung seiner Potenziale.", schreibt er in seinem Buch Biologische Grundlagen des psychischen Wohlbefindens. Und weiter, ein diesem Wohlbefinden ähnlicher Zustand ließe sich auch durch chemische Substanzen, etwa Psychopharmaka oder Rauschmittel erzeugen. Langfristig begünstige Wohlbefinden im Organismus regenerative und erholende Prozesse. Unbewusst wahrgenommene Signale aus dem Körper würden das Wohlbefinden unterstützen. Entscheidend für ein langfristiges Wohlbefinden seien durch entsprechende Erfahrungen im Frontalhirn verankerte innere Einstellungen und Haltungen: Dazu gehören Vertrauen, Offenheit, Verbundenheit, Achtsamkeit, Selbstregulations- und Selbstreflexionsfähigkeit, auch Dankbarkeit.
Letzteres bilden die Grundlage für die individuelle Bewertung von Lebenssituationen und -ereignissen.

Wohlbefinden ist gesund, macht kreativ und leistungsfähiger. Längst wissen wir, dass Zustände wie Stress, Sorgen jeglicher Art, psychische Verletzungen und Angst negative Auswirkungen auf unser Wohlbefinden haben. Und das innere Einstellungen wie Neid, Gier und Missgunst "Glücks-Killer" sind. Wenn diese Geisteshaltungen längerfristig gelebt werden, entfernen wir uns von der Möglichkeit, Glück zu empfinden. Und weil wir Erwachsenen die meiste Zeit am Arbeitsplatz verbringen, tragen die Arbeit und Arbeitsbedingungen eine entscheidende Rolle für unser Wohlbefinden bei.

Es ist wissenschaftlich bewiesen, dass bei Menschen, die mehr im ausgeglichenem Zustand leben, auf Dauer gesünder leben, weil unter diesen Bedingungen körperliche Prozesse reibungsloser vom Gehirn koordiniert werden können. Wohlbefinden macht Menschen auch leistungsfähiger, leistungsbereiter und kreativer, weil im Gehirn unter diesen Bedingungen Kohärenz besser erzeugt und aufrechterhalten werden kann.

Was brauchen wir zum glücklich sein?

Rechts und links liegen oft größere und kleinere Stolpersteine, die aus dem Weg geräumt werden müssen, damit wir wieder glücklicher sind. Als leidenschaftlicher Life Coach mit wissenschaftlich fundierter Ausbildung unterstütze ich Menschen dabei, sich weiterzuentwickeln, Krisen zu bewältigen, ihr Leben neu zu sortieren, Chancen und neue Wege aufzuzeigen und dass sie wieder träumen können. Das
Glück des Einzelnen habe ich dabei stets im Blick. Für mich gehören Wohlbefinden
und Glück sogar zusammen und es lohnt sich, daran zu arbeiten, um zufriedener und
glücklicher durchs Leben zu gehen. Aber was ist konkret zu tun, damit ich glücklich
bin oder glücklicher werde?

Die Gründe, warum wir Menschen glücklich sind, ist facettenreich. Glück hat der, der eine Lottomillion gewonnen hat, und ein anderer ist glücklich, weil er einen tollen Familienzusammenhalt erlebt. Und empfinden großes Glück, weil sie ein selbstbestimmtes Leben führen können. Im Grunde geht es darum, dass wir unsere eigenen körperlichen Bedürfnisse wie Hunger und Schlaf, soziale Bedürfnisse wie Liebe und Freundschaft und emotionale Bedürfnisse wie Zuneigung und Akzeptanz kennen, erkennen und ernst nehmen.

Schon 1962 hat der amerikanische Psychologe Abraham H. Maslow hat in einem seiner Bücher die Theorie aufgestellt, dass wir Menschen von zwei Arten von Bedürfnissen beeinflusst werden: den Defizit- und den
Wachstumsbedürfnissen.

Als erfahrener Life-Coach bin ich an der Seite meiner Klienten, wenn es darum geht, an den erkannten Bedürfnissen bewusst zu arbeiten. Es tut einfach gut, zu wissen, was einem guttut und stärkt sich damit selbst. Jeder sollte in regelmäßigen Abständen den Blick praktisch "in sich hinein" wagen und das eigene Verhalten und Handeln reflektieren, ob es einen immer noch zufrieden und glücklich stimmt. Es lohnt sich außerdem, sich selbst zu fragen, ob man jenes Umfeld braucht, um aufzublühen? Und tun Sie mal so, als ob und schauen, was passiert.

Ich glaube nicht daran, dass Glück nur Zufall ist. Glück ist beeinflussbar, an dem jederarbeiten kann. Ich denke, Glück erfährt derjenige, der mit Vertrauen, Neugierde, einer Portion Mut und Freude an der Erfahrung dabei ist, die Dinge für sich entdecken.

Nein sagen können, macht glücklich!

Der dänische Familientherapeut und Konfliktberater Jesper Juul ermutigt in seinem Buch Nein aus Liebe - klare Eltern - starke Kinder ein klares Nein auszusprechen. Er formuliert es so: "Es scheint ein allgemein menschlicher Zug zu sein, dass wir nur dann aus voller Überzeugung Ja sagen können, wenn wir uns frei genug fühlen, auch Nein zu sagen. Das gilt nicht nur innerhalb der Familie, sondern auch für Freundschaften sowie für das Verhältnis des Einzelnen zur Gesellschaft oder zum Arbeitgeber."

In meiner Arbeit erlebe ich das Phänomen vom nicht "Nein-Sagen-Können" häufig und lässt die Vermutung zu, dass vom Anwender des Wörtchens "nein" Angst vor sozialer Ausgrenzung und Isolation, Sanktionen als Strafe und anderer Gefahren erwartet wird. Die Folgen sind meistens Selbstverleugnung, Missachtung der eigenen Bedürfnisse und stilles Leiden aus Angst bis hin zum Krankwerden. Mit Juul gesprochen, bliebe uns nur das lauwarme Ja, die Lüge oder die Resignation, wenn wir es nicht schaffen, Nein zu sagen. Ich erachte es für wichtig, dass sich bei der vielen "Ja-Sagerei", wo man eigentlich Nein meint, niemand zusätzlich gedanklich blockiert und selbst Angst macht. Es gibt Signale, die verraten, das Blockaden-Denken vorherrscht.

Es ist beispielsweise die Angst vorm Flugzeugabsturz, das Aufopfern für Kinder und Partner bis zur Selbstaufgabe, Leistungsdruck am Arbeitsplatz, übersteigertes Misstrauen in die eigenen Fähigkeiten und anderen Personen gegenüber, aber auch das Verdrängen, Euphorisieren und übermotiviert sein in bestimmten Situationen. Im Gegensatz dazu, ist es gesünder, wenn wir Akzeptanz und Wertschätzung erfahren, wir etwas Positives mit unserem Handeln bewirken können und eine sinnvolle Tätigkeit verrichten. Der eigenen Gesundheit zuliebe sollte deshalb jeder versuchen, sich selbst kennenzulernen, um das eigene Potenzial angemessen entfalten- und glücklicher leben zu können. Um dieses Ziel zu erreichen, gilt es, ständig innere und äußere Faktoren, Werte und Normen in Balance zu halten beziehungsweise auszubalancieren. Dieser Balanceakt ist ein lebenslanger Lern-Prozess, dem wir ausgesetzt sind.

Über Michaela Schröder: Sie ist seit 2015 zertifizierter Life Coach und seit kurzem Master Life Coach der Dr. Bock Coaching Akademie und war davor jahrelang als Job-Coach u. a. bei der Agentur für Arbeit tätig. Ihr Magisterstudium der Pädagogik, Psychologie und Soziologie hat sie erfolgreich abgeschlossen. Ihre Berufung ist es, Menschen darin zu unterstützen, sich weiterzuentwickeln, Krisen zu bewältigen, sich zu sortieren und zu fokussieren, träumen zu lassen und dahin zu begleiten, dass sie das Leben führen können, dass sie sich gerne wünschen. Privat lebt sie mit ihrer Familie im Süden von Berlin. www.sued-berlin-coaching.de oder Tel: 030-814 90 404